Screenshot 2026 08 26 125425Der diesjährige Vereinsausflug führte gut 30 Mitglieder ins nahe Münster. Dort radelten die meisten - einige kamen auch mit dem Auto - gemeinsam hin, um an Führungen zum Thema "Muna" teilzunehmen. Angeboten wurde eine Führung zu Flora und Fauna sowie eine zur Historie der ehemaligen "Munitionsanstalt". Das Besichtigungsprogramm der Gemeinde Münster wird unter dem Namen "Munatur" zusammengefasst.

Screenshot 2026 08 26 125921Roland Braut und Kevin Dunn sorgten hierbei während mehr als 90 Minuten dafür, dass keinerlei Langeweile aufkam. Es war interessant zu erfahren, wie sich aus einer ehemals deutschen Waffenschmiede ein amerikanisches Lager für Atomwaffen entwickelt hatte, das dazu beitrug das vielzitierte Gleichgewicht des Schreckens während des Kalten Krieges aufrechtzuerhalten. Dunn war in den achtziger Jahren Standortkommandant und konnte somit aus erster Hand nicht nur militärisch Relevantes, sondern auch viel Menschliches berichten. So erzählte er unter anderem, dass die GIs die Kneipen in Münster unsicher gemacht hätten und dass eine resolute Kneipenwirtin immer in der Lage war, einzuschreiten, bevor die Lage eskalieren konnte. Auch vom guten Einvernehmen mit der Gemeinde Münster, unter anderem wurde versucht, die amerikanischen Jungs ein wenig "einzugemeinden" indem man sie auf Weihnachtsfeiern zu Münsterer Familien einlud, wusste er zu berichten. Letztlich hätten die Soldaten in der Regel kaum deutsch gesprochen. Die wichtigsten Begriffe hatten sich aber viele eingeprägt. Sie lauteten, laut Dunn: "Ein Bier" und "Wo ist der Bahnhof?".

Screenshot 2026 08 26 130043Als einschneidendstes Erlebnis während seiner Amtszeit erinnerte er an einen Vorfall, bei dem Vermummte Alarm auslösten, indem sie die Zäune zur Muna überkletterten. Sie hatten die Attrappe einer Panzerfaust dabei. Als dann die ganze Kaserne in Alarmbereitschaft versetzt wurde und ein Hubschrauber über der Szenerie kreiste, ergriffen die Eindringlinge die Flucht. Letztlich ging alles glimpflich aus. Das galt auch für eine geplante Blockadeaktion durch echte Demonstranten.

Das Gelände ist übrigens heute noch eingezäunt, da es nahezu unmöglich ist, die zum Ende des zweiten Weltkriegs von den Wehrmacht gesprengten Munitionsreste vollumfänglich zu entfernen. Das ist insbesondere bei Waldbränden - wie vor drei - kritisch, da die Feuerwehr keinen uneingeschränkten Zugang hat. Immerhin hat man aus der Not eine Tugend gemacht und das eingezäunte Gebiet mit Wisenten und Przewalski-Pferden bevölkert. Derlei Maßnahmen haben dazu beigtragen, dass insbesondere die aus der kasachischen Steppe stammenden Pferde vor dem Aussterben bewahrt werden können.

Nach soviel Information hatten alle Beteiligten Hunger und fanden sich anschließend in der Auszeit bei Maki im Münsterer Freizeitzentrum ein. Dort klappt aufgrund der Vorbestellung und des guten Services alles wie am Schnürchen und die Ausflügler konnten sich anschließend gut gestärkt in Richtung der letzten Lokalität weiterbewegen. Im Münsterer Bürgerpark ließ man sich in der Mumbelhütt nieder, warf die ein oder andere Kugel oder frönte, nachdem die Sonne etwas tiefer stand, dem Minigolfspiel.

Insgesamt war es ein abwechslungsreicher Tag, der vielfältige Eindrücke bei den Beteiligten hinterlassen hat.

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